Offener Brief an den Justizminister

Strafrechtsreform §222 Tierquälerei

Wien, am 21.02.2015

An:
Justizminister Univ. Prof. Dr. Wolfgang Brandstetter
Bundesministerium für Justiz
Museumstraße 7
A-1070 Wien
+43 / (0)1 / 521 52 2172
minister.justiz@bmj.gv.at (medienstelle.ressort@justiz.gv.at)

Sehr geehrter Herr Justizminister!

Obwohl Tiere im Zivilrecht noch immer wie Sachen zu behandeln sind (§ 285a ABGB), gewinnt Tierschutz eine immer höhere gesellschaftliche Bedeutung: Durch das Leben mit Haustieren und durch der breiten Öffentlichkeit zugängliche mediale Berichte, Fernsehdokumentationen etc. über Verhalten sowie soziale Strukturen und Kompetenzen von Tieren ist zweifellos eine Sensibilisierung dergestalt eingetreten, dass das Bewusstsein in der Gesellschaft verankert wurde, dass Tiere gefühls- und empfindungsfähige Wesen sind. Sie empfinden – gleich wie Menschen – Freude, Lust, Leid und Schmerz. Daraus resultiert der ethische Auftrag an die Gesellschaft – und damit an die Legislative – Tiere in Bezug auf ihr Wohlbefinden und ihre Unversehrtheit im gleichen Maß zu schützen wie den Menschen. Nicht zuletzt deshalb wurde auch am 11. Juli 2013 Tierschutz als Staatszielbestimmung in die Verfassung gehoben (§ 2 B-VG). „Offener Brief an den Justizminister“ weiterlesen

pro-tier fordert Kompetenzzentrum für Alternativmethoden statt neue Tierversuchszentren



In der Steiermark sollen zwei neue Tierversuchszentren gebaut werden, eines von der Med Uni in Graz und zusätzlich eine Tierversuchszuchtanstalt für 20.000 Labortiere.

Die Tierversuchsstatistik zeigt, dass die Anzahl der in Versuchen verwendeten Tiere wieder steigt und 2013 die 200.000 Marke überschritten wurde. Mit den neuen Tierversuchszentren in der Steiermark würde diese Tendenz weiter gefördert werden. Das stünde im Gegensatz zum gesellschaftlichen Auftrag des Schutzes von Tieren in Tierversuchen.

Harald Hofner, Präsident des Verbandes pro-tier dazu: „Neue Tierversuchszentren bedeuten mehr Tierversuche und somit mehr gequälte Tiere. Doch eigentlich muss die Vermeidung und Verminderung der Verwendung von Tieren in Tierversuchen an erster Stelle stehen. So steht das im Tierversuchsgesetz explizit festgeschrieben.“ „pro-tier fordert Kompetenzzentrum für Alternativmethoden statt neue Tierversuchszentren“ weiterlesen