Verband Pro-Tier: Neues Tierschutzgesetz immer noch extrem mangelhaft

Es gibt kaum Verbesserungen, das Schlupfloch für die Katzenkastration besteht weiterhin und auch das Aussetzen von in Freiheit nicht-überlebensfähigen Tieren wurde nicht verboten.

Die nachgebesserte Novelle zum Tierschutzgesetz ist kein Anlass zum Jubel. Trotz über 600 Stellungnahmen zur ersten Version gibt es kaum Verbesserungen für die Tiere. Besonders die Katzenkastration, auf die sich die meisten Stellungnahmen bezogen, weist immer noch große Mängel auf. Das Schlupfloch im Zuchtbegriff besteht weiterhin, eine verpflichtende Registrierung von Zuchtkatzen tritt erst nach einer Übergangsfrist bis 2018 in Kraft.

Ing. Harald Hofner, Präsident des Verbands pro-tier: „Wir finden es höchst eigenartig, dass die Registrierungs- bzw. Chip-Pflicht für Zuchtkatzen so präsentiert wird, als handle es sich um eine Maßnahme gegen die unkontrollierte Vermehrung. Ein Chip ist kein Verhütungsmittel und freilaufende gechippte Katzen vermehren sich ebenso rasch und unkontrolliert wie solche, die keinen Chip tragen.“

Weitere enorm wichtige Punkte für den Tierschutz wurden nicht berücksichtigt. So ist das Aussetzen von in menschlicher Obhut gezüchteter Tiere, die in freier Wildbahn nicht überlebensfähig sind, nach wie vor nicht gesetzlich verboten, obwohl es zu diesem Thema sogar einen einstimmigen Beschluss des Tierschutzrats gibt. Das Verbandsklagerecht, das notwendig ist, um den Schutz der Tiere entsprechend abzusichern, wurde nicht eingeführt. Außerdem wird das Qualzuchtverbot mit der Novelle aufgehoben, was das Tierleid der betroffenen Rassen auf unbestimmte Zeit verlängert.

Ing. Harald Hofner: „Zahlreiche unserer Kritikpunkte beziehen sich auch auf die geplante Änderung der 1. Tierhaltungsverordnung. Diesbezüglich wird die Öffentlichkeit bisher vollkommen im Dunkeln gelassen. Wird die Enthornung von Ziegen trotz der Proteste erlaubt werden? Werden höchst tierquälerische Maßnahmen wie die dauernde Anbindehaltung von Rindern, die Haltung von Schweinen auf Vollspaltenböden oder die Schmerzkastration von Ferkeln weiterhin toleriert?“

Der Verband pro-tier protestiert gegen dieses neue Gesetz. Zahlreiche Tierschutzorganisationen haben sich diesem Protest bereits angeschlossen und laufend werden es mehr, wie auf pro-tier.at/tierschutzgesetz zu sehen ist. Außerdem ist ein Demomarsch am 25.03.2017 von 13 bis 15 Uhr vom Gesundheitsministerium zum Parlament in Wien geplant.