Verband pro-tier spricht sich gegen Aufnahme der Wiener Fiaker in UNESCO Weltkulturerbeliste aus

Die Wiener Fiaker wollen ins UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen werden. Ein entsprechender Antrag wurde 2016 gestellt. Aus Tierschutzsicht sollte dieses Gewerbe allerdings abgeschafft werden.

Fiaker gehören seit hunderten Jahren zum Bild von Wien. Sie dienten der Beförderung der Menschen, doch heute sind sie vor allem eine Touristenattraktion. Heutzutage weiß man auch, dass die Pferde sehr unter dieser Arbeit leiden, doch anstatt die Fiaker abzuschaffen, sollen sie nun ins UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen und ihr Bestehen dadurch geschützt werden. Aus Tierschutzsicht wäre eine Aufnahme keineswegs zu rechtfertigen.

Um als „Immaterielles Kulturerbe“ im Österreichischen Verzeichnis anerkannt zu werden, stellt die UNESCO einige Ansprüche. Eine Voraussetzung ist, dass die Ausübung der Tradition mit den geltenden Rechtsvorschriften übereinstimmen muss. Fiaker sind zwar in Wien immer noch üblich, entsprechen aber nicht § 1 des Tierschutzgesetzes, welches besagt, dass das Wohlbefinden aller Tiere geschützt werden sollte. Die Pferde müssen viele Stunden stehen, sind dabei angeschirrt und bewegen sich auf hartem Asphaltboden. Unfälle im Straßenverkehr passieren laufend. Von Wohlbefinden kann dabei keine Rede sein. Außerdem werden die Fiaker heute von vielen Menschen kritischer gesehen.

Sind die Fiaker erst mal Weltkulturerbe, wäre das Gewerbe geschützt. Sie abzuschaffen und die Pferde von ihrer schweren Last zu befreien wäre dann praktisch nicht mehr möglich. Manche Traditionen sind nicht dafür geschaffen, für immer zu bestehen. Fiaker sind heute nicht mehr zeitgemäß und sollten als ehemalige Tradition, die nicht mehr durchgeführt wird, in Erinnerung bleiben. Den Tieren zuliebe.

Der Verein pro-tier hat eine Stellungnahme gegen die Aufnahme der Fiaker ins Weltkulturerbe bei der UNESCO eingereicht.

Stellungnahme Unesco-Fiaker